Mittwoch, 23. Januar 2019, 20 Uhr

Das Zentrum, Europasaal

Dogma Chamber Orchestra

Dirigent: Mikhail Gurewitsch

Solistin: Dina Ugorskaja, Klavier

Samuel Barber

Serenade für Streicher op. 1

Frédéric Chopin

Klavierkonzert f-Moll op. 21

- - -

Dimitri Schostakowitsch

Auswahl aus: Préludes op. 34 (Fassung f. Streichorchester)

Peter Iljitsch Tschaikowski

Serenade für Streichorchester C-Dur op. 48      

                       

 

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Dina Ugorskaja

Klavier

"Was soll da noch kommen?" war in der Presse zu lesen, nachdem Dina Ugorskaja ihre CD mit zwei späten Klaviersonaten von Beethoven (Hammerklaviersonate op. 106 und die Sonate op. 111 - erschien bei CAvi-Music) veröffentlicht hatte. "Heiliger Gesang" titelte Eleonore Büning in der FAZ und fügte hinzu: "…spieltechnisch atemraubend. Und keine Spur von Manierismus oder Willkür... Sie weiß eine erstaunliche Kraft mit zärtlicher Wärme zu vereinen, souverän jedes Detail gestaltend, erzählt sie zugleich immer die ganze Geschichte". Ihre nächste CD im März 2014 mit weiteren späten Beethoven-Sonaten, erschienen, wurde gleich für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Die weiteren Einspielungen umfassen Werke von Händel bis hin zu Schostakowitsch, darunter auch eine gemeinsame Aufnahme mit Anatol Ugorski mit den Doppelkonzerten von Bach und Mozart.

Konzertengagements führten Dina Ugorskaja zu verschiedenen Festivals wie den Schwetzinger Festspielen, den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, dem Festival de Musique Dijon, der Schubertiade Feldkirch und den Kasseler Musiktagen. Sie konzertierte in Bayreuth, Leipzig (Gewandhaus), Bielefeld (Oetkerhalle), Stuttgart (Liederhalle) und in der Kölner Philharmonie sowie beim Radio France Musique in Paris und Sala Verdi in Mailand. Dabei musizierte sie u.a. mit dem Orchester des Mitteldeutschen Rundfunks, dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, den Brandenburger Symphonikern und der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Lemberg Philharmonia Orchester (Ukraine), dem St. Petersburg State Symphony Orchestra (Russland) und Dogma Chamber Orchestra unter Dirigenten wie Wladimir Jurowski, Ravil Martynov, Vladislav Czarnecki, Norichika Limori und Peter Gülke. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen u.a. das Auryn-Quartett, Hans Dietrich Klaus, Sergio Azzolini und Natalia Prischepenko.

'Philosophin am Klavier' wurde Dina Ugorskaja einst genannt. Ihrem Spiel werden tiefe Ernsthaftigkeit, Sensibilität, hohe Anschlagkultur und virtuose Fähigkeiten, die stets im Dienste der Musik stehen, attestiert.

Dina Ugorskaja, 1973 im damaligen Leningrad als Tochter einer Künstlerfamilie jüdischer Herkunft geboren, erfuhr bereits seit frühester Kindheit eine starke musikalische Prägung: Bei ihrem Vater, dem berühmten Pianisten Anatol Ugorski, erhielt sie ihren ersten und entscheidenden Klavierunterricht, die Mutter Maja Elik, war angesehene Musikwissenschaftlerin, Sängerin und Malerin. Mit sieben Jahren trat Dina Ugorskaja erstmals öffentlich auf, mit 14 führte sie mit Orchester das 4. Klavierkonzert von Beethoven auf und mit 15 die 8. Sonate von S. Prokofiev.

Nicht zuletzt ist Dina Ugorskajas Herangehensweise an die Musik von den Erfahrungen ihres früheren Kompositionsstudiums geprägt. Auf der einen Seite die Rezeption des Notentextes, stilistische Kenntnisse, analytisches Durchdringen der Materie, auf der anderen Kreativität und Spontanität – diese Eigenschaften konnten sich durch eigenes Komponieren verstärkt herausbilden. Das mit 15 Jahren komponierte Streichquartett wurde 1989 in der Leningrader Philharmonie uraufgeführt.

1990 flüchtete die in der ehemaligen Sowjetunion antisemitischen Bedrohungen ausgesetzte Familie nach Berlin, wo Dina Ugorskaja, wie später auch in Detmold, im Fach Klavier bei Galina Iwanzowa und Nerine Barrett (einstige Schülerin Rudolf Serkins) studierte. Weitere wichtige Impulse erhielt sie u.a. von Edith Picht-Axenfeld und András Schiff. Nach dem Konzertexamen unterrichtete sie selbst an der Hochschule für Musik Detmold, wo sie 2006 auch das Festival 'DSCH_100' zum 100. Geburtstag von Dmitri Schostakowitsch organisierte, an dem u.a. Natalia Gutmann, Elisso Wirssaladze, Markus Hinterhäuser und das Auryn-Quartett teilnahmen. Seit 2007 lebt Dina Ugorskaja in München.

2015 spielte Dina Ugorskaja beide Bände des Wohltemperierten Klaviers von J. S. Bach beim Bayerischen Rundfunk ein. Im September 2016 erschien die Koproduktion als CD-Box bei Cavi-Music.

Seit Oktober 2016 hat Dina Ugorskaja eine Klavierprofessur an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien inne.

 
dogma FotoArneMayntz 2015 2 min    

dogma chamber orchestra

Konzertmeister und Leitung: Mikhail Gurewitsch

Das dogma chamber orchestra wurde 2004 von Mikhail Gurewitsch gegründet, seinerzeit Konzertmeister des baden-württembergischen Kammerorchesters „I Sedici“. Unter seiner Leitung kommen junge, aber bereits international erfahrene Musiker zusammen, um zeitgerechte Interpretationen klassischer Musik mit moderner Konzertgestaltung zu verbinden.

Dabei geht es nicht etwa um eine Art der Vermittlung, die heutzutage oft zu einem verfälschten Bild der klassischen Musik führt: anbiedernde und glattpolierte Ästhetik ist ebenso wenig Sache der Künstler wie die Präsentation von hübschen Kleidchen und adretten Anzügen. dogma ist vielmehr auf der intensiven Suche nach inhaltlich neuen Wegen, wie es sie in allen Perioden der Musikgeschichte gegeben hat. Den geistigen wie auch emotionalen Gehalt der Musik aus dem Blickwinkel unserer Zeit freizulegen und dem Publikum diese Arbeit als einen spannenden Prozess zu vermitteln, das ist ein besonderes Anliegen von dogma. Die Künstler hoffen, mit dieser Art des Musizierens einen Weg gefunden zu haben, das in den letzten Jahren zurückgegangene Publikumsinteresse wiederzubeleben.

Das dogma chamber orchestra versteht sich nicht nur als eine homogene Gruppe von Musikern, die gleiche künstlerische Ansichten teilt, sondern auch als ein Ensemble von Solisten, die sich aufeinander zu bewegen (müssen). Jedes Mitglied ist aufgefordert, seine eigene Persönlichkeit einzubringen. Das Spannungsverhältnis von solistischem Impuls und Ensemble-Geist wird voll ausgeschöpft und wirkt sich künstlerisch fruchtbar auf die Arbeit des Orchesters aus.

Bei der Programmgestaltung legt das dogma chamber orchestra großen Wert auf Variabilität. Zum Repertoire gehören daher nicht nur Werke des Barocks, der Klassik und Romantik, sondern selbstverständlich auch Stücke zeitgenössischer Komponisten und sogar dogmas eigene Kompositionen. Die Zuhörer werden auf eine Zeitreise eingeladen, auf der sie die ganze Bandbreite der Musik von Bach bis Penderecki kennen lernen können.

dogma sucht den direkten Kontakt mit dem Auditorium - die Auftritte werden von Mikhail Gurewitsch selbst moderiert. Mit der persönlichen Ansprache wird die (kühle) Distanz zwischen Bühne und Publikum überbrückt, die Konzertbesucher werden ermuntert, nicht nur von außen zu „beobachten“ und zu „konsumieren“, sondern das Konzert-Geschehen als einen Dialog zu begreifen - für den sich die Musiker auch anschließend gerne noch Zeit nehmen.

Im August 2010 legt das dogma chamber orchestra seine erste CD vor. Für das Label Berthold Records in Koproduktion mit dem renommierten Label Dabringhaus & Grimm aufgenommen, koppelt sie Tschaikowskys berühmte Serenade mit der Bearbeitung seines Streichsextetts 'Souvenir de Florence' - in einer Interpretation, die auf die übliche Überzuckerung verzichtet und die Werke wie neu erklingen lässt. Angespornt von dem sehr positiven Echo auf ihre Debüt-CD spielt das Streichorchester im April 2011 bereits seine zweite CD ein, mit der die Musikliebhaber auf Entdeckungsreise in die amerikanische Komponisten-Szene des 20. Jahrhunderts entführt werden. Unter dem Titel 'American Stringbook' erscheint sie im Herbst 2011 mit Werken von Samuel Barber, David Diamond, Arthur Foote und William Schuman. Sie führte prompt zu Einladungen nach Übersee und erhält 2012 den ECHO Klassik als beste Surround-Einspielung des Jahres. 2013 folgt 'dogma#3 - The Shostakovich Album', die 2014 den ECHO Klassik als 'Beste Sinfonische Einspielung 20./21. Jahrhundert' erhält. Im April 2016 erscheint die vierte CD 'British.Now!' mit Werken britischer Komponisten.