Freitag, 11. Januar 2019, 20 Uhr

Das Zentrum, Europasaal

Sabine Meyer/Schumann Quartett

Sabine Meyer, Klarinette

Erik Schumann, Violine

Ken Schumann, Violine

Liisa Randalu,   Viola

Mark Schumann,Violoncello

Johannes Brahms

Streichquartett Nr. 1 c-Moll op. 51/1

Arvo Pärt

Fratres (Streichquartettfassung von 1986)

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Johannes Brahms

Klarinettenquintett h-Moll op.114

                      

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Foto © Christian Ruvolo

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Foto © Christian Ruvolo

     

Sabine Meyer gehört weltweit zu den renomiertesten Solisten überhaupt. Ihr ist es zu verdanken, dass die Klarinette, oft als Soloinstrument unterschätzt, das Konzertpodium zurückerobert hat.

In Crailsheim geboren, schlug Sabine Meyer nach Studien in Stuttgart bei Otto Hermann und in Hannover bei Hans Deinzer zunächst die Orchesterlaufbahn ein und wurde Mitglied des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Es folgte ein Engagement als Solo-Klarinettistin bei den Berliner Philharmonikern, welches sie jedoch bald aufgab, da sie zunehmend als Solistin gefragt wurde. In mehr als dreißig Jahren führten sie ungezählte Konzerte sowie Rundfunk- und Fernsehauftritte in alle Musikzentren Europas sowie nach Brasilien, Israel, Kanada, China und Australien, nach Japan und in die USA.

Sabine Meyer feierte weltweit Erfolge als Solistin bei mehr als dreihundert Orchestern. Sie gastierte bei allen bedeutenden Orchestern in Deutschland und wurde von den führenden Orchestern der Welt engagiert, so u.a. von den Wiener Philharmonikern, vom Chicago Symphony Orchestra, vom London Philharmonic Orchestra, vom NHK Symphony Orchestra Tokyo, den Berliner Philharmonikern, von den Radio-Sinfonieorchestern in Wien, Basel, Warschau, Prag sowie von zahlreichen anderen Klangkörpern. Im Sommer 2018 ist Sabine Meyer Porträtkünstlerin des Schleswig-Holstein Musik Festivals. In 19 Konzerten wird sie in allen Facetten präsentiert — von klassischer Kammermusik über Special Projects, Workshops bis zu Konzerten als Solistin mit großem Orchester.

Sabine Meyers besondere Zuneigung gehört der Kammermusik, wobei sie Wert auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit legt. In vielfältigen Zusammensetzungen hat sie unter anderem mit Künstlern wie Juliane Banse, Martin Helmchen, Daniel Hope, Nils Mönkemeyer, dem Hagen Quartett, dem Modigliani Quartett sowie dem Schumann Quartett musiziert.

1983 gründete sie mit ihrem Ehemann Reiner Wehle und ihrem Bruder Wolfgang Meyer das „Trio di Clarone". Fast vergessene Original Kompositionen Mozarts sowie bedeutende Werke der Gegenwert bilden das Repertoire; erweitert durch außergewöhnliche Programme, mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Jazzklarinettisten Michael Riessler. Auch außerhalb des Trios gibt es immer wieder neue und ausgefallene Projekte - so entstand mit dem Saxophon Quintett Alliage ein witzig-spritziges Programm mit neu arrangierten Klassikem wie Dukas Zauberlehrling und Stravinskys Feuervogel.

Im solistischen wie im kammermusikalischen Bereich setzt Sabine Meyer sich immer wieder für zeitgenössische Musik ein - so wurden ihr Werke von Jean Françaix, Edison Denissov, Harald Genzmer, Toshio Hosokawa, Manfred Trojahn, Aribert Reimann, Peter Eötvös und zuletzt 2015 von Márton Illés gewidmet.

Sabine Meyer hat zahlreiche Einspielungen bei EMI Classics gemacht; des Weiteren gibt es Aufnahmen für die Deutsche Grammophon, für Sony sowie Für CAvi-music. Das aufgenommene Repertoire reicht von der Vorklassik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen und umfasst alle wichtigen Werke für Klarinette. Die jüngsten Veröffentlichungen bei Sony beinhalten zum einen ein Trioprogramm mit Nils Mönkemeyer und William Young sowie zum anderen das ausgefallene Projekt mit dem Alliage Quintett „Fantasia".

Neben der achtmaligen Auszeichnung mit dem „Echo Klassik" ist Sabine Meyer Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, des „Niedersachsen Preises", des „Brahms Preises", des „Praetorius Musikpreises Niedersachsen"; sie ist Mitglied der „Akademie der Künste Hamburg" und bekam den Orden „Chevalier des Arts et des Lettres" verliehen. Seit 1993 hat Sabine Meyer eine Professur an der Hochschule für Musik in Lübeck inne.

Schumann-KaupoKikkas1-min.jpgFoto © Kaupo Kikkas

    “Personal and profound” (BBC Music Magazine): “Die “Schumanns” gehören ohne Wenn und Aber zu den besten Quartetten der Welt” (SZ) und sind mit Sicherheit “eines der aufgregendsten Streichquartette derzeit” (Fono Forum)

Das Schumann Quartett ist dort angekommen, wo alles möglich ist, weil man auf Sicherheiten verzichtet. Das schließt auch das Publikum mit ein, das sich Abend für Abend auf alles gefasst machen muss: „So wirklich entwickelt sich ein Werk nur live“, sagen sie, „das ist the real thing, weil wir vorher selbst nie wissen, was passiert. Spätestens auf der Bühne fällt jede Imitation weg, man wird automatisch ehrlich zu sich selbst. Dann kann man in der Musik eine Verbindung mit dem Publikum herstellen, kommunizieren.“ Die Live-Situation wird in naher Zukunft noch weiter aufgeladen: Sabine Meyer, Menahem Pressler, Albrecht Mayer, Kit Armstrong, Edgar Moreau und Anna Lucia Richter zählen zu den aktuellen Partnern der Vier.

Highlight der 17/18 Saison ist weiterhin die bereits im Dezember 2016 begonnene, drei Jahre währende Residenz bei der Chamber Music Society des Lincoln Centers, in New York City.

Sie werden auf USA-Tour gehen, zu Gast bei Festivals in Südamerika, Italien, der Schweiz sowie bei der Salzburger Mozartwoche sein. Konzerte geben sie in den großen Musikmetropolen London, Hamburg, Berlin, Amsterdam, Florenz und Paris. Darüberhinaus sind sie Artiste Étoile beim Mozartfest Würzburg sowie bei den Oraniensteiner Konzerten und freuen sich auch wieder auf die zwei Konzerte im Rahmen ihrer langjährigen Residenz im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf.

Ihr aktuelles Albums LANDSCAPES, in dem sie den eigenen Wurzeln nachspüren und Werke von Haydn, Bartók, Takemitsu und Pärt kombinieren, erfreut sich national und international bester Resonanz, wurde u.a. mit 5 Diapasons sowie dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2017 ausgezeichnet und war Editor’s choice beim BBC Music Magazine. Für ihr vorhergehendes Album mit Werken von Mozart, Ives und Verdi waren sie bereits als BEST NEWCOMER 2016 mit dem BBC Music Magazine Award in London ausgezeichnet worden.

Seit ihrer frühesten Kindheit spielen die drei Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen. 2012 ist die in Tallinn geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Liisa Randalu als Bratschistin dazu gekommen. Immer wieder bemerken Außenstehende, wie stark die Bindung zwischen ihnen ist. Die Vier genießen die nonverbale Kommunikation, „ein Blick, und ich weiß, wie er/sie die Musik in dem Moment spielen möchte“. Unterschiedliche Persönlichkeiten treten deutlicher hervor, gleichzeitig entsteht in jedem musikalischen Werk ein gemeinsamer Raum, findet eine geistige Metamorphose statt. Vielleicht sind diese Offenheit und Neugierde die entscheidenden Einflüsse von Lehrern wie Eberhard Feltz, dem Alban Berg Quartett oder Partnern wie Menahem Pressler.

Lehrer, musikalische Partner, Preise, Veröffentlichungen – gerne werden Stufen konstruiert um herzuleiten, warum viele das Schumann Quartett heute zu den besten überhaupt zählen. Die Vier fassen solche Daten eher als Begegnungen auf, als Bestätigung für ihren Weg. Sie empfinden die musikalische Entwicklung der letzten zwei Jahre als Quantensprung. „Wir haben Lust darauf, es bis zum Äußersten zu treiben, zu probieren, wie die Spannung und unsere gemeinsame Spontaneität trägt", sagt Ken Schumann, der mittlere der drei Schumann Brüder. Versuche, ihnen einen Klang, eine Position, eine Spielweise zuzuordnen, hebeln sie charmant aus, lassen allein die Konzerte für sich sprechen. Und Kritiker geben ihnen recht: „Feuer und Energie. Das Schumann Quartett spielt umwerfend gut [...] zweifellos eine der allerbesten Formationen der jetzigen Quartettblüte, […] blitzende Virtuosität und Überraschungsbereit-schaft“ (Harald Eggebrecht in der SZ). Ausreichend Raum für nächste Abenteuer, also.

Zitate aus einem Gespräch mit den Redakteuren des Online-Klassikmagazins VAN (van-magazin.de).