Freitag, 19. Oktober 2018, 20 Uhr

Das Zentrum, Europasaal

Kammerorchester des Nationaltheaters Prag

Dirigent: Petr Vronský

Solist: Matthias Kirschnereit, Klavier

Felix Mendelssohn-Bartholdy

Märchen von der schönen Melusine F-Dur op.32                  

Robert Schumann

Klavierkonzert a-Moll op. 54                 

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Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

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Matthias Kirschnereit zählt heute zu den spannendsten und erfolgreichsten deutschen Pianisten seiner Generation. Der ECHO Klassik-Preisträger gibt jährlich etwa 50 Konzerte und wird von der Süddeutschen Zeitung als „Poet am Klavier“ gefeiert. Dabei folgt er seinem künstlerischen Ideal, den musikalischen Empfindungsreichtum, den erzählerischen Ausdruck und damit überhaupt die menschlichen Züge in der Musik aufzuspüren und zu vermitteln. Er sieht sich damit in der deutschen Klaviertradition, die von Renate Kretschmar-Fischer über Conrad Hansen, Edwin Fischer und Martin Krause bis zu Franz Liszt zurückreicht.

Matthias Kirschnereit konzertierte mit führenden Klangkörpern wie dem Tonhalle Orchester Zürich, Het Residentie Orkest Den Haag, St. Petersburger Philharmoniker, dem SWR Sinfonieorchester Stuttgart, dem Konzerthausorchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, Camerata Salzburg sowie dem Münchner Kammerorchester und arbeitete mit Dirigenten wie Hartmut Haenchen, Bruno Weil, Christopher Hogwood, Carl St. Clair, Sándor Végh, Michael Sanderling, Frank Beermann, Alexander Liebreich, Yuri Temirkanov und Alondra de la Parra.

Seine Konzerte sind in den bedeutendsten Sälen und Musikzentren der Welt zu erleben, so u.a. im Konzerthaus und in der Philharmonie Berlin, Herkulessaal München, Festspielhaus Baden-Baden, Théâtre des Champs Elysées Paris, Tonhalle Zürich, Sala Verdi Milano, Rudolfinum Prag sowie Teatro Municipal Santiago de Chile, Suntory Hall Tokio und Shanghai Oriental Art Center. Ebenso wichtig sind ihm aber auch kammermusikalische Momente in intimen Recitals, in denen er das Publikum mit seinen feinsinnig-intensiven Interpretationen zu fesseln versteht.

Seine besondere Liebe gilt der Kammermusik. Unter seinen musikalischen Partnern finden sich Namen wie Christian Tetzlaff, Sharon Kam, Alban Gerhardt, Daniel Müller-Schott, Felix Klieser, Carolin Widmann, Ingolf Turban, Julian Steckel, Nils Mönkemeyer, Kit Armstrong, das Klenke-, Vogler- und Verdi-Quartett.

Seit 2012 ist Matthias Kirschnereit Künstlerischer Leiter der Gezeitenkonzerte Ostfriesland – ein Festival unter Freunden, das von Jahr zu Jahr an Renommee gewinnt.

Mittlerweile hat Matthias Kirschnereit über 30 CDs veröffentlicht, darunter Maßstab setzende Gesamteinspielungen der Klavierkonzerte Mozarts und Mendelssohns oder Referenzaufnahmen außergewöhnlichen Repertoires wie der Klavierkonzerte Julius Röntgens und der Orgelkonzerte Händels in einer eigenen Klavierfassung. „Kirschnereit deserves all the praises coming to him these days!“ lobte das Londoner Gramophone Magazine seine international gefeierten Solo-CDs mit Klavierwerken Robert Schumanns („Scenen“, 2010) und Franz Schuberts („Wanderer Fantasie“, 2012). Ebenso euphorisch begrüßte das Fono-Forum die jüngst erschienene Einspielung der „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel als „konkurrenzlos“. Diese CD bietet die erstmalige Gegenüberstellung sämtlicher „Lieder ohne Worte“ der beiden Geschwister in einer Gesamtschau.

Verschiedene Wettbewerbserfolge (Deutscher Musikwettbewerb, Concours Geza Anda Zürich, sowie die Klavierwettbewerbe in Sydney und Pretoria) eröffneten ihm Anfang der 1990er Jahre seine internationale Konzertkarriere. Bis dahin war sein Werdegang eher ungewöhnlich: Geboren in Westfalen, verließ er im Alter von neun Jahren Deutschland, um mit seiner Familie nach Namibia auszuwandern. So sehr ihn die Kultur im südlichen Afrika faszinierte, so bewusst wurde ihm bald, dass er seinen Traum, Pianist zu werden, nur in Deutschland würde in die Tat umsetzen können. So kehrte er als 14-Jähriger allein nach Deutschland zurück und wurde Jungstudent bei Prof. Renate Kretschmar-Fischer an der Musikhochschule in Detmold. Zusätzliche künstlerische Impulse erhielt er durch die intensive Zusammenarbeit mit Murray Perahia, Claudio Arrau, Bruno Leonardo Gelber und Oleg Maisenberg.

Die in seiner internationalen Konzerttätigkeit gewonnene Erfahrung und seine künstlerischen Ideale gibt er als Professor an der Hochschule für Musik und Theater Rostock an kommende Generationen weiter. In seiner Freizeit interessiert er sich für Malerei, Fußball und Italienische Küche; er lebt heute mit seiner Familie in Hamburg.

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Petr Vronský - Dirigent

Stellt den Typus eines modernen Gegenwartskünstlers seiner Generation dar, der sich mit der Sicherheit sowohl auf dem Konzertpodium wie auch in der Welt der Oper bewegt, in beiden Bereichen  beachtenswerte Ergebnisse erzielte. Petr Vronský wurde geboren im 1946 in Prag. Bereits im Alter von sechs Jahren weihte er seine erste Lebensetappe der Geige. Sie fand ihren Höhepunkt im mehrmaligen Sieg in tschechoslowakischen Wettbewerben. Gleichzeitig spielte er im Opernorchester und Rundfunkorchester in Pilsen. Das Jahr 1967 bedeutete eine grundsätzliche Wende. Petr Vronský setzte sein Musikstudium an der Prager Musikakademie fort, nicht jedoch als Geiger, sondern als Student des Dirigierens. Zur selben Zeit lenkte er die Aufmerksamkeit auf sich durch seinen Erfolg im tschechoslowakischen Dirigentenwettbewerb 1971. Im internationalen Maßstab wurde er zum Laureaten der Wettbewerbe in Frankreich – Besancon 1971 und Berlin 1973. Noch zur Studienzeit 1971 wurde er erster Dirigent der Oper in Pilsen, seit 1974 künstlerischer Chef der Oper Usti nad Labem (Außig). Von der Staatlichen Philharmonie Brno (Brünn) wurde er 1979 engagiert und mit Beginn der Saison 83/84 zu deren Chefdirigenten ernannt und bekleidete diesen Posten bis 1991. Wegen seines Engagements in der Kammeroper Wien verließ er die ständige Dirigentenstelle in Brno und seitdem wirkte er als Gastdirigent  mit bedeutenden Symphonieorchestern in der Welt. /Rundfunkorchester München, Metropol Symphony Orchestra Tokyo, Dance Theatre Haag, Devlet Senfoni Orchestrasi Istanbul, Tschechische Philharmonie Prag, Jerusalem Symphony Orchestra, National Theater Prag. Seit 2002-2005 wurde er engagiert als Chefdirigent der Janáček Philharmonie Ostrava und jetzt ist als Chefdirigent der Mährischen Philharmonie tätig, mit der er u.a. im 2014 beim Festival Prager Frühling den Violoncellisten  Mischa Maisky begleitet hat. In diesem Jahr - 2017 - eröffnet er im spanischen Saal der Prager Burg mit Prague Philharmonia und Sophie Jaffe das Internationale Musikfestival Czech touches of Music. Gleichzeitig unterrichtet er als Dozent an der Musikhochschule Prag das Fach Dirigieren. 

Mit dem Kammer- und Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag arbeitet Petr Vronský regelmäßig zusammen, seit 2007 als Chefdirigent.

     

Kammerorchester des Nationaltheaters Prag

Das Kammerorchester Nationaltheater Prag entstand 1988 auf Initiative führender Instrumentalisten des Opernorchesters vom Nationaltheater. Die Entstehung des Orchesters und die Anfangsjahre prägte maßgeblich der Dirigent Zdenek Košler. Durch seine einzigartigen Interpretationen entstand ein eigener Ausdruckstil, der sich im Prager und tschechischen Musikleben etablierte.

Es folgten gefeierte Auftritte in renommierten Konzertsälen Europas, wie z. B. in Deutschland (Hamburg, Köln, Dresden, Regensburg, Regentenbau Bad Kissingen oder Leipzig), Italien (Palermo), Spanien (Santiago de Compostela) oder in der Schweiz (St. Moritz,). Tourneen führten das Orchester nach Japan und Israel.

Das Kammerorchester Nationaltheater Prag ist gern gesehener Gast bei diversen internationalen Festivals, wie z. B. dem Festival Wiltz in Luxemburg, dem Festspiele Europäische Wochen Passau, oder dem Festival Internacional de Música de Canarias. Es erhält häufig regelmäßig Festival-Einladungen, wie z. B. zum Choriner Musiksommer, zum Engadin-Festival St. Moritz oder den Brandenburgischen Sommerkonzerten.

Das Kammerorchester des Prager Nationaltheaters zählt zu den führenden tschechischen Orchestern und tritt regelmäßig auf den bedeutenden tschechischen Podien auf. Im In- und Ausland konzertiert es mit international renommierten Solisten. So fanden erfolgreiche Konzerte mit z. B. Khatia Buniatishvili, Jan Vogler, Bernd Glemser, Tai Murray oder der tschechischen Sopranistin Eva Urbanová statt.

In jüngster Vergangenheit fanden Auftritte mit dem Solohornisten der Berliner Philharmoniker, Stefan Dohr, dem gefeierten französischen Cellisten, Gautier Capucon, und der deutschen Ausnahme-Geigerin, Julia Fischer, statt.

Zudem konzertierte das Orchester im 2016 und 2017 mit dem russischen Trompeter Sergey Nakariakov im Rahmen der Festspiele Europäische Wochen Passau sowie mit der koreanischen Geigerin Soyoung Yoon im Rahmen des Engadin Festival St. Moritz.

Die Jahren 2018 und 2019 bringen Konzerte mit Lilya Zilberstein und Matthias Kirschnereit.

Der Chefdirigent des Orchesters ist Petr Vronský.